Mehr Anfragen zur Familienzusammenführung von Mitbürger:innen aus Afghanistan
Die MBE-Beratungsstellen der Caritas - darunter waren im Jahr 2021 308 Hauptstandorte und zahlreiche mobile Beratungsstellen - reichen jedes Jahr einen Sachbericht beim Referat Migration und Integration des Deutschen Caritasverbandes ein. Die Auswertung der Sachberichte ermöglicht es, einen umfassenden Überblick über die bundesweite Beratungstätigkeit zu erlangen und regionale Besonderheiten festzustellen. Die ausführliche Auswertung findet sich im untenstehenden Download.
Herausforderndste Themen in der Beratung
Alexander Enz (rechts) und Milena Manukyan von der MBE-Beratungsstelle Görlitz erörtern mit Bartosz D. aus Polen Möglichkeiten der Arbeitsaufnahme.Ines Eifler
Die Beratenden wurden nach den herausforderndsten Themen in der Beratung gefragt. Im Jahr 2021 gab es insbesondere bei zwei Themen große Veränderungen zum Vorjahr: Das Thema Familienzusammenführung nahm stark an Bedeutung zu. Dies lag einerseits an den pandemiebedingt geschlossenen Behörden und dem damit verstärkten Unterstützungsbedarf durch die MBE und andererseits an der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan im August 2021, die viele afghanische Ratsuchende in die Beratungsstellen führte. Auch das Thema Sicherung des Wohnraums wurde öfter als im Jahr 2020 thematisiert, da der Lockdown und Verlust des Arbeitsplatzes viele Menschen in existentielle Notlagen brachten.
Online-Beratung
Im Sachbericht 2021 wurden die Beratenden erstmalig nach den Chancen der Online-Beratung gefragt. Die zeitliche Flexibilität, die die Online-Beratung bietet, wird als großer Vorteil betrachtet. Auch die Ortsunabhängigkeit wird als sehr positiv hervorgehoben. Diese ist besonders relevant u.a. für Ratsuchende, die nicht mobil sind, die sich im ländlichen Raum oder in Quarantäne befinden oder kleine Kinder haben. Viele Beratende sehen die Online-Beratung als wichtige und nützliche Ergänzung zur Präsenzberatung im Sinne des Blended Counseling.

