Termine
Abschnitt 1 14.04. - 16.04.2026
Abschnitt 2 09.06. - 10.06.2026
Abschnitt 3 14.07. - 16.07.2026
Abschnitt 4 23.09. - 25.09.2026
Abschnitt 5 19.10. - 21.10.2026
Abschnitt 6 17.11. - 19.11.2026
Abschnitt 7 12.01. - 14.01.2027
Abschnitt 8 24.02. - 25.02.2027
Konzept und Umfang
Die Weiterbildung umfasst insgesamt 200 Stunden.
Diese teilen sich wie folgt auf:
Präsenzunterricht 176 UE
Hospitation 8 UE
Literaturstudium 16 UE
Die Teilnehmenden erhalten am Ende der Weiterbildung ein Zertifikat gemäß OPS 8-550/8-98a, aus dem der Umfang, die Inhalte und die Prüfungsleistungen detailliert hervorgehen.
Voraussetzung für den Erhalt des Zertifikats ist die Teilnahme an den Modulen, die Erstellung des geriatrischen und sozialen Assessments mit anschließender Präsentation als Prüfungsleistung sowie die Hospitation.
Einführende Überlegungen
Die Versorgung älterer Menschen stellt eine immer größere Herausforderung in (teil-) stationären und ambulanten Versorgungsstrukturen der Pflege, vor allem in Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen dar.
Insbesondere der Begleitung und Pflege von Menschen, die kognitiv eingeschränkt sind und/oder psychisch erkrankt sind, ist größte Beachtung zu schenken. Deren pflegerische und medizinische Versorgung stellt nicht nur die Pflege, sondern die gesamte Einrichtung vor große Herausforderungen.
Zudem treten Krankheitsbilder wie Morbus Parkinson, Schlaganfall, chronische Erkrankungen, wie beispielsweise Diabetes mellitus und dessen Folgen wie z.B. chronische Wunden, Fehl- und Mangelernährung, um nur einige Beispiele zu nennen, solitär, oft mit den spezifischen Folgeerkrankungen, aber auch kombiniert miteinander auf.
Die häufig hochaltrigen und multimorbid erkrankten Menschen sind besonders vulnerabel und benötigen spezifische Aufmerksamkeit, spezifisches Wissen, aktivierend-therapeutische Konzepte und eine spezifische Haltung in der Versorgung und Begleitung.
Dabei geht es vor allem darum, Selbstbestimmung und Autonomie der Betroffenen soweit möglich zu erhalten, deren Selbständigkeit zu fördern und damit verbunden auch deren Lebensqualität zu bewahren.
Lernen Sie aktivierende-therapeutische Konzepte in der Pflege kennen, nehmen Sie das gesamte soziale System in den Blick und nicht zuletzt bereichern Sie dadurch auch Ihre Tätigkeit in der Pflege.
Sichern Sie über die Qualifikation die Möglichkeit der Abrechnung zur frührehabilitativen Komplexbehandlung nach OPS 8-550
Ziele
Sie erwerben bzw. vertiefen und erweitern Ihre Kompetenzen um geriatrische Patienten, insbesondere Patienten, die kognitiv eingeschränkt und/oder psychisch erkrankt sind, professionell und angemessen zu pflegen und zu begleiten.
Sie wissen um die häufigsten geriatrischen Krankheitsbilder, kennen die wichtigsten aktivierend-therapeutischen Interventionen in der Pflege und können diese in ihrer beruflichen Praxis anwenden.
Sie kennen die wesentlichen rechtlichen Grundlagen, die in der geriatrischen Pflege von Bedeutung sind.
Sie setzen sich mit der grundlegenden Haltung in der Pflege und Begleitung von geriatrischen Patienten auseinander und reflektieren diese vor dem Hintergrund Ihrer beruflichen Praxis. Sie sind in der Lage geriatrische Patienten unter der Berücksichtigung des Erhalts der größtmöglichen Autonomie, (Mit-) und Selbstbestimmung der Betroffenen aktivierend-therapeutisch zu pflegen.
Sie sind zudem in der Lage geriatrische und soziale Assessments durchzuführen und auf dieser Grundlage gemeinsam mit den Betroffenen sowie deren Angehörigen die weitere pflegerische Versorgung zu planen und zielgerichtet zu steuern bzw. umzusetzen.
Dazu nehmen Sie das gesamte therapeutische und informelle System in den Blick. Vor dem Hintergrund eines systemischen Ansatzes sowie der rechtlichen Grundlagen beraten Sie die Betroffenen sowie deren Angehörigen (ggf. auch rechtlichen Betreuer) ergebnisoffen und bereiten adäquate Lösungsmöglichkeiten vor.
Inhalte
Grundlagen der Behandlung alter Menschen, Altersbilder, Alterungsprozesse, Grundlagen der Geriatrie, Medikamente, Schmerztherapie, Case Management
Abgrenzung Demenz/Delir/Altersdepression: Diagnose, Therapie und Besonderheiten in der Pflege
Ethik, Palliativmedizin, Rechtliche Aspekte, Ethische Fallbesprechung
Diabetes mellitus in der Pflege von geriatrischen Patienten
Besonderes Risiko für die Entstehung chronischer Wunden
im Zusammenhang mit Diabetes mellitus
insbesondere im Blick auf Dekubitus (nationaler Expertenstandard Dekubitusprophylaxe in der Pflege)
Besonderheiten und Problematiken bei der Ernährung beim alten Menschen
Mangelernährung
Exsikkose (Flüssigkeitsmangel)
Dysphagien (Schluckstörungen)
Besonderheiten der Ernährung von Menschen mit Demenz
Harn- und Stuhlkontinenz
Bedeutung von Mobilität für die Betroffenen (z.B. Selbstständigkeit/ Unabhängigkeit/Lebensqualität)
Mobilität und mobilitätseinschränkende Maßnahmen, Sturz, Frakturen, Hilfsmittel- und Prothesenversorgung, Parkinson-Syndrom, Schlaganfall, Dysphagie, Expertenstandard Erhalt und Förderung der Mobilität, Nationaler Expertenstandard Sturz
Gruppenpräsentation, Abschluss
Hospitation
Handlungsschwerpunkt: Beziehungsgestaltung Kommunikation-Beziehungsgestaltung-Beratung-Grundhaltungen-soziale Systeme
Der Ressourcenorientierte Pflegeprozess: Denk- und Handlungsstrategien des aktivierend-therapeutischen Pflegeprozesses, Casemanagement, Pflegeprozess, Soziales Assessment, Geriatrisches und Psychologisches Assessment
Der aktivierend-therapeutische Beziehungsprozess bei dementiell erkrankten Patienten, ES Beziehungsgestaltung, aktivierende Pflege von Menschen mit Demenz, spezifische pflegerische Konzepte
Grundlagen und -haltung der integrativen Validation – Basiskurs
Aktivierend-therapeutische Wahrnehmungskonzepte
(je nach Verfügbarkeit)
Grundkurs Aromapflege
Basale Stimulation
Bobath
Kinästhetik Basiskurs
Die Lebensspanne Alter und der alte Mensch u.a. Lebenslage alter Menschen, Altersbilder, Ethik
Palliative Pflege und Sterbebegleitung im Setting der Geriatrie
Handlungsschwerpunkt: Selbstpflege – Förderung der oralen Ernährung, Nahrungsaufnahme und Umgang mit Dysphagie
Alternativ: Wundversorgung bei geriatrischen Patienten
Methoden/Medien
Die professionelle Pflege von geriatrischen Patienten, insbesondere die Pflege von Menschen, die an Demenz erkrankt sind, erfordert über den Erwerb des spezifischen Wissens hinaus eine Haltung des Respekts und der Wertschätzung, die Fähigkeit, einfühlend zuzuhören und die
Fähigkeit der Reflexion.
Deshalb wird die Bereitschaft der Teilnehmer/innen zur Auseinandersetzung mit den eigenen Erfahrungen im Kontext der Pflege von geriatrischen Patienten sowie der beruflichen Praxis vorausgesetzt.
Die Dozentinnen und Dozenten orientieren sich an den Prinzipien und Methoden der Erwachsenenbildung. Dabei werden die persönlichen Erfahrungen der Teilnehmer/innen, ihr Wissensstand, ihre berufliche Situation, die institutionellen Rahmenbedingungen und die aktuellen Prozesse in der Kursgruppe gleichermaßen berücksichtigt.
Angewandte Methoden und Sozialformen sind:
- Arbeit in Kleingruppen
- kurze theoretische Inputs
- szenische Fallarbeit
- Literaturstudium
- geriatrische und soziale Assessments
- Reflexionsarbeit
Das Gesamtkonzept ist auf eine enge Verzahnung von Theorie und
Praxis ausgerichtet.
Anmeldebedingungen
Prof. Dr. Ute Hoffmann
Zielgruppe
Pflegefachkräfte, aus Krankenhäusern, Rehabilitationseinrichtungen, der ambulanten Pflege und der (teil-)stationären Altenhilfe
Kosten
3.290,00 €
Für katholische Einrichtungen 3.195,00 €
(o.g. Preise zzgl. Seminarverpflegung pro Tag: 30,00 €)
Anmeldegebühr 50,00 €
Seminarunterlagen 75,00 €
Prüfungs- / Zertifikatsgebühr 50,00 €
Veranstaltungsnummer
ATP/K 2026/2027 Zercur
