Lieber Eis essen als blechen
Lieber mal ein Eis essen gehen als sich grämen, rät der Schuldnerberater.Benedikt Rugar
Monika Müllers (Name geändert) geschiedener Mann hat die damals Ahnungslose dazu gebracht, sein Konto zum Gemeinschaftskonto zu machen – die 12.000 Euro Schulden verschwieg er ihr einfach. Frau Müller ist nun 40, hat eine 14-jährige Tochter und bekommt vom Verflossenen keinen Cent. Miete und Lebensunterhalt kommen aus Arbeitslosengeld II und Kindergeld.
Weil die Bank wegen der Schulden keine Ruhe gibt, hat Monika Müller sich informiert. Und siehe da: Ihre Sparkasse hat bei ihrem Pfändungsschutzkonto nur den Freibetrag für sie berücksichtigt, den der Tochter noch nicht. Als Frau Müller am Bankschalter diskret darum bittet, platzt die Angestellte durch den Schalterraum lauthals heraus: "Sie! Sie haben ein P-Konto!!!"
Das P-Konto schützt vor dem Aus
„Datenschutz lässt grüßen!”, kommentiert das der studierte Jurist Joachim Schäferbarthold, bevor er Frau Müller beruhigt: Weder vom ALG II noch vom Kindergeld kann etwas gepfändet werden. Und mehr Einkommen hat Frau Müller wegen ihrer Umschulung auf absehbare Zeit ohnehin nicht.
Schäferbarthold ist ehrenamtlicher Berater bei den Schuldenspezialisten der Caritas Trier. Sechs bis acht Wochen müssen sich Verschuldete, egal wo in Deutschland, bis zum Start einer regelrechten Schuldnerberatung und -regulierung gedulden. Damit niemand in seiner Not entmutigt wird oder das Problem wieder verdrängt, ist die offene Sprechstunde der erste vertrauensbildende und motivierende Kontakt.
Schäferbarthold lobt Frau Müller für ihre Kompetenz, macht ihr Mut, den Schuldenberg durch ein Verbraucherinsolvenzverfahren abzubauen. "Dann haben Sie für immer Ruhe. Und jetzt gehen Sie am besten gleich mal ein Eis essen!"
Wie geht eigentlich Privatinsolvenz?
Oft heißt der letzte Ausweg: Privatinsolvenz. Laura und Basti fragen nach. Weitere Videos unter www.caritas.de/pleite-was-nun