Die Genitalbeschneidung an Mädchen und Frauen (FGM_C)
Eine Praktik, zwei Begriffe
Deutscher Caritasverband e.V.
Die englischen Fachbegriffe Female Genital Mutilation (FGM) und Female Genital Cutting (FGC) werden oft als weibliche Genitalverstümmelung beziehungsweise Genitalbeschneidung übersetzt. Zutreffender ist es, von Verstümmelung/Beschneidung weiblicher Genitalien zu sprechen. Ob man von Genitalverstümmelung oder -beschneidung spricht, wird international kontrovers diskutiert. Die Bezeichnung Genitalverstümmelung (FGM) wurde von Aktivistinnen und Aktivisten geprägt, um auf die Tragweite des Eingriffs aufmerksam zu machen. Viele Betroffene lehnen diese Begriffsverwendung jedoch ab. Sie fühlen sich vom Bild der "verstümmelten Frau" stigmatisiert und bevorzugen deswegen die neutralere Bezeichnung Beschneidung.
Was sich hinter dem Begriff FGM_C versteckt, fasst die Weltgesundheitsorganisation wie folgt zusammen: FGM_C umfasst alle Praktiken, bei welchen die äußeren weiblichen Geschlechtsorgane aus nicht medizinischen Gründen teilweise oder vollständig entfernt beziehungsweise verletzt werden. Bei FGM_C handelt es sich um eine schwere Menschenrechtsverletzung, da sie gegen das Recht auf körperliche und psychische Unversehrtheit der Betroffenen verstößt.